| Verselbständigung
Wie bei allen jungen Menschen,
die in ihren Familien leben und - oft schneller als man denkt -
zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen heranwachsen, stellt sich
auch im Kinderdorf die Aufgabe der Vorbereitung auf ein selbstän-diges
Leben.
Im Bethanien Kinder- und Jugenddorf Eltville
haben sich in den vergangenen Jahren eine Reihe von pädagogischen Angeboten
und Konzepten entwickelt, die dem jeweiligen Unterstützungsbedarf
und den individuell unterschiedlichen Fähigkeiten der jungen
Menschen Rechnung tragen.
Der erste Schritt der Verselbständigung erfolgt in der Kinderdorffamilie
oder der Wohngruppe: die Übernahme der Verantwortung für
das eigene Handeln, die Übernahme kleiner „Ämter“ für
die Hausgemeinschaft, die Sorge für das eigene Zimmer – all
das sind Schritte hin zu einer gelingenden Selbständigkeit.
Wenn der Auszug aus der Kinderdorffamilie oder Wohngruppe
ansteht, bietet das Eltviller Kinderdorf folgende Möglichkeiten:
Das Trainingswohnen
Auf dem Gelände des Kinderdorfes gibt es zwei Apartments,
in denen Jugendliche oder junge Erwachsene noch im beschützten
Kinderdorfgelände erste Erfahrungen mit den eigenen vier Wänden
machen können. Beim Trainingswohnen ist noch die Kinderdorffamilie
oder Wohngruppe im Hintergrund und hilft, wo es nötig ist.
Zielgruppe
Das Trainingswohnen stellt eine
Betreuungsform für Jugendliche ab 17 Jahren dar, die einerseits
aufgrund ihrer Entwicklung aus der Alltagstruktur der Kinderdorffamilien
entwachsen, andererseits aber noch nicht in der Lage sind, ein
selbständiges Leben ohne pädagogische Begleitung zu
führen. Die Verselbständigung von Jugendlichen ist
ein wichtiger Bestandteil der Kinderdorfpädagogik. Viele Jugendliche
sind im Kinderdorf beheimatet und werden von hier aus in die Selbständigkeit
entlassen.
Jugendliche fordern in der Ablösephase mehr Freiheiten ein,
bei gleichzeitiger Inanspruchnahme des Versorgungs-angebotes der
Kinderdorffamilie.
Ziele
Das Praxiskonzept Trainingswohnen
will für
die Jugend-lichen des Kinderdorfes ein auf Selbsterfahrung beruhendes
Lernfeld organisieren, das Anreize schafft, Entwicklungs-schritte
in Richtung selbständiger Lebensführung zu gehen. Es
macht deutlich, dass Autonomie an die Bereitschaft gekoppelt ist,
Verantwortung für seine Lebensgestaltung zu übernehmen.
Das Trainingswohnen auf dem Kinderdorfgelände in eigenen Apartements
und individueller pädagogischer Begleitung, stellt eine Zwischenstufe
da, zwischen den Verselbständigungsbemühungen im Alltagsleben
der Familien und Gruppen und dem außenbetreuten Einzelwohnen
außerhalb des Kinderdorfes.
Auch für Jugendliche aus Jungenwohngruppe und Mädchen-wohngruppe
kann dieses Angebot genutzt werden.
Nähere Informationen
erhalten Sie auf unserer Download-Seite oder
der Seite mit Informationen
für die Jugendämter.
Das außenbetreute Einzelwohnen
in einer eigenen Wohnung außerhalb
des Kinderdorfes. Die jungen Erwachsenen mieten mit Unterstützung
des Kinderdorfes und des Jugendamtes eine eigene kleine Wohnung
und werden dort in dem Umfang betreut, der noch notwendig ist
(in der Regel auf Basis von Fach-leistungsstunden). Eine langjährig
erfahrene Mitarbeiterin ist hier Ansprechpartner und Begleiter
der jungen Erwachsenen.
Ehemaligenhilfe
Die jungen Erwachsenen, die aus der - vom Jugendamt finanzierten
- Betreuung ausgeschieden sind, haben die Möglichkeit, den
Kontakt zum Kinderdorf und vor allem zu ihren oft langjährigen
Bezugspersonen aufrecht zu halten. Für den Fall, dass sie
in Not geraten und noch einmal Hilfe benötigen, haben die
Dominikanerinnen mit den Kinder-dörfern verschiedene Möglichkeiten
der Hilfe entwickelt. Diese Hilfen, die außerhalb der staatlichen
Förderung liegen, sind nur über Spenden zu erbringen.
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