Neue Jugendwohngruppe in Schwalmtal
Junges Wohnen in alten Mauern
Die neue Jugendwohngruppe ist nach dem Umbau in das schöne, historische Gebäude eingezogen. Aus vielen kleinen Büroräumen sind in einem alten Haus an der Waldnieler Straße in Amern acht Zimmer für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren, zwei Bäder, ein gemeinsamer Wohnraum, ein Freizeitzimmer, eine große Küche, Büro und ein Mitarbeiter-Raum entstanden. Seit Jahresbeginn ist Leben in das alte Gebäude eingekehrt. Die neue Wohngruppe bietet seit Jahresbeginn vier Jugendlichen aus dem Bethanien Kinderdorf (14,15 und 17 Jahre alt) die Möglichkeit, neue Erfahrungen auf dem Weg zum Erwachsenwerden und zur Selbstständigkeit zu sammeln. Die vier weiteren Plätze werden die Jugendämter der Region in Absprache mit der Erziehungsleitung Eva Scharnowski belegen. Für ihre WG haben sich die jungen Leute mächtig ins Zeug gelegt. Die alten Tapeten kamen runter, in ungezählten freiwilligen Arbeitsstunden entfernten die beiden Jungen und die beiden Mädchen alte Holzdecken und Fußbodenbeläge. Junge Ideen waren auch bei der Ausgestaltung der Räume gefragt. Borussenfan Maik wünschte sich eine Wand in Fohlen-Grün, Jacqueline benötigte Platz für ihre zwei Zwergkaninchen. Den Alltag bestimmen Schulbesuch, Hausaufgaben, Sporttraining, Musikunterricht und gemeinsame Hausarbeit. Frühstück und Abendessen werden selbst zubereitet, am Wochenende auch das Mittagessen. Gekocht wird abends nach dem Geschmack der Bewohner: Lasagne, Bockwurst, Hähnchen und Paprikasalat. Mittags isst man gesund mit viel Gemüse und Salat. Anfänglich gab es kleine Streitereien um die Rangordnung. „Seit das geklärt ist, läuft das Zusammenleben besser als wir erwartet hatten. Wir haben wirklich tolle Jugendliche: Sie treten füreinander ein, helfen sich gegenseitig und kommen gut miteinander aus“, sagt Gruppenleiterin Lea Dahmen. Die jungen Leute werden rund um die Uhr betreut; vier Mitarbeiter (-innen) und zwei Praktikanten teilen sich die Aufgabe. Für ihr weiteres Leben haben sich die Heranwachsenden einiges vorgenommen: Drei besuchen die Realschule, einer wechselt 2012 nach der Mittleren Reife aufs Gymnasium, Maik beginnt eine Lehre, und Jacqueline sucht noch einen Ausbildungsplatz als Pferdewirtin. Wir drücken den Bewohnern der Jugendwohngruppe ganz kräftig die Daumen und sind stolz auf sie!


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