Der Freundeskreis stellt sich vor!

- Der Freundeskreis besucht das Kinderdorf
Warum ein Förderverein? Diese Frage ist Hans Josef Lohmanns in den vergangenen drei Jahren häufig gestellt worden. Der 1. Vorsitzende des Freundeskreises Bethanien Kinderdorf Schwalmtal hat darauf eine einfache Antwort: „Weil die Kinder unsere Hilfe brauchen.“ Lohmanns und Kinderdorfleiter Dr. Klaus Esser sind überzeugt, dass die Gründung des gemeinnützigen Vereins im Jahr 2008 die richtige Entscheidung war. Heute zählt der Freundeskreis 149 Mitglieder, und das Engagement für das Kinderdorf findet großen Zuspruch in der Schwalmtaler Bevölkerung.
Was will der Verein? Der Freundeskreis hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Kinderdorf finanziell und ideell zu unterstützen. Die individuelle Förderung der Kinder soll auf einer möglichst breiten Basis erfolgen. So gibt es für jedes der 125 Kinder Geld für Lernmittel und für die jährliche Ferienfahrt. Darüber hinaus unterstützt der Verein die musikalische Förderung, kleidet Neuankömmlinge ein und finanziert spezielle Therapien, wenn diese erforderlich sind. Mitgliedsbeiträge sowie Firmen- und Privatspenden machen die dringend benötigte Hilfe möglich. Um Interesse für die gute Sache zu wecken, hat der Freundeskreis 2011 einen Unternehmertag veranstaltet. Prominenter Redner war der ehemalige Bundesminister und Ministerpräsident von NRW, Wolfgang Clement. Der Abend fand großes Interesse bei den Gästen und in den Medien. Dank einiger Sponsoren belastete der Event die Vereinskasse mit keinem Cent. Für 2012 plant der Freundeskreis keine eigene große Veranstaltung, will aber auf diversen Festen in Schwalmtal Präsenz zeigen, unter anderem mit eigenen Ständen auf dem Pfarrfest von St. Michael und dem Martinsmarkt des Kinderdorfes.
Was können wir besser machen? Viele Mitglieder wünschen sich mehr Information über die Vereinsarbeit. Weil aber Porto Geld kostet, dass dann den Kindern verloren geht, will der Förderverein verstärkt das Internet nutzen. Zwei Drittel der Mitglieder sind schon per E-Mail erreichbar.
Was passiert im Dorf? Kinderdorfleiter Dr. Esser und Kinderdorfmutter Marlene Altevers gehören dem Vorstand an und lassen den Freundeskreis regelmäßig teilhaben an Sorgen, Nöten und Freuden im Dorf. Dieser Austausch ist dem Verein sehr wichtig, schließlich will er ja nicht anonym in irgendwelche Projekte investieren, sondern lebensnah und praktisch am Bedarf der Kinder. In den Dorffamilien ist die Zahl der kleinen Kinder in jüngster Zeit enorm gestiegen. Dr. Esser sieht die Ursache dafür auch in einer gewachsenen Sensibilität der Jugendämter. Fälle wie der des zweijährigen Kevin, der 2006 nach monatelangen Misshandlungen durch den Vater starb und im Kühlschrank „entsorgt“ wurde, soll es nicht mehr geben. Der großen Nachfrage der Jugendämter kann das Schwalmtaler Kinderdorf allerdings nicht nachkommen: Allein in 2011 gab es 140 Anfragen. „Da hätten wir ein neues Dorf bauen können“, so Dr. Esser. Damit die Kinderdorfarbeit erfolgreich weitergehen kann, werden dringend Kinderdorfmütter und Kinderdorfeltern benötigt. Wenn Sie jemanden kennen, der diese schöne und verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen will, lassen Sie es bitte den Freundeskreis oder Dr. Esser wissen.
Welche neuen Projekte stehen an? In Waldniel entsteht ein neues Haus für eine Kinderdorffamilie mit kleinen Kindern. Der Förderverein hat zur Unterstützung des Vorhabens eine fünfstellige Summe im Jahresetat 2012 vorgesehen. Eine Starthilfe erhält auch die neue Jugendwohngruppe des Kinderdorfes in Amern. Was es damit auf sich hat, erfuhren wir bei einem Besuch. Dazu ganz aktuelle Informationen.
Lesen Sie weiter, welche Projekte wir unterstützen und welche Förderer wir schon begeistern konnten!
Geld für neues Mobiliar

- Beim Jahresbericht erläuterte Hans-Josef Lohmanns (rechts) die Tätigkeiten für das Kinderdorf des vergangenen Jahres und stellt die Pläne für das kommende Jahr vor.
Der Freundeskreis Bethanien Kinderdorf Schwalmtal freut sich darauf, bald das 150. Mitglied begrüßen zu können – aktuell sind es 149. Mit ihren Beiträgen und dank zahlreicher Spenden konnte der Verein auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder wertvolle Hilfe für das Kinderdorf leisten. So zahlte der Freundeskreis 121 Jungen und Mädchen einen Ferienzuschuss von je 80 Euro, 95 Schulkinder erhielten je 50 Euro für Lernmittel. Zuschüsse gab es auch für spezielle Therapien, Musikunterricht, neue Brillen und neue Fußballtrikots. Vier Jugendliche erhielten eine Finanzspritze für den Führerschein.
Ähnliche finanzielle Unterstützung wird der Förderverein auch 2013 leisten. Für die neuen, bald bezugsfertigen Kinderdorf-Häuser in Waldniel sind Rücklagen geschaffen worden: Für die Einrichtung der Kinderzimmer und Gemeinschaftsräume stehen 30.000 Euro zur Verfügung.
Bei den Wahlen zum Vorstand, die von Jürgen Heinen geleitet wurden, gab es einstimmige Ergebnisse: Vorsitzender bleibt Hans-Josef Lohmanns, sein Stellvertreter ist Heinz-Peter Heggen. Im Amt bleiben ebenfalls Schriftführer Rolf Titzkus, die Beisitzer Marlene Altevers, Dietlind Bielefeld, Dr. Klaus Esser, Schwester Josefa Wirtz, Pressewartin Helga Seifert sowie Kassenwart Gert Kryn. Vorsitzender Lohmanns dankte allen Förderern für ihr Engagement und bat sie, das Kinderdorf weiterhin zu unterstützen. Wie sehr diese Hilfe ankommt, zeigt ein Brief aus dem Kastanienhaus: Die jungen und Mädchen bedankten sich beim Freundeskreis für einen „tollen Urlaub“ in Porec.
Kinderdorfleiter Dr. Klaus Esser zog in einer Diaschau eine fröhliche Dorf-Bilanz: Feste und Ausflüge helfen den Kindern, neuen Lebensmut zu fassen. „Wir können nicht oft genug wiederholen, wie dankbar wir dem Freundeskreis und seinen Mitgliedern für die Unterstützung sind.“
Engel für Bethanien gesucht

- Herr Lohmanns und Herr Esser suchen Engel für die Kinder im Kinderdorf Bethanien
„Wir suchen Engel – möglichst viele Engel, die unseren Kindern helfen, ihr Leben zu meistern.“ Mit diesen Worten eröffnete Hans-Josef Lohmanns, Vorsitzender vom Freundeskreis Bethanien Kinderdorf Schwalmtal, die diesjährige Weihnachtswunschbaum-Aktion. Wie schon in den Vorjahren hat der gemeinnützige Verein drei Wunschbäume im Gemeindegebiet aufgestellt: in der Filiale der Sparkasse Krefeld in Amern, in der Volksbank-Geschäftsstelle in Waldniel und im Rathaus (hier gestiftet von der Familie Boers aus Leloh). Das besondere an diesen Bäumen: Auf den Wunschzetteln stehen keine Wünsche wie rosa Filly-Einhörner oder Lichtschwerter, sondern Spendenwünsche für Kunst- und Musiktherapie, den Schulstart oder den Musikunterricht. „Ich weiß natürlich, dass hilfsbereite Bürger lieber Spielzeug kaufen“, erläuterte Lohmanns. „Aber unsere Wünsche betreffen Dinge, die die Kinder wirklich brauchen.“
Der Bürgermeister a.D. weiß, wovon er spricht. Seit er Ruheständler ist, setzt er sich ehrenamtlich für das Kinderdorf ein: „Hier wird tolle Arbeit geleistet. Aber der Staat kann nicht alles finanzieren.“ Dabei haben die Kinder jede Unterstützung nötig. Hinter ihnen liegen schlimme Erfahrungen, bevor Behörden handeln. „In den Dorffamilien helfen qualifizierte Mitarbeiter den Kindern mit Liebe und Zuwendung, die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten“, so Lohmanns.
Völlig unbeschwert ging es beim Baumschmücken im Rathaus Waldniel, in der Sparkassen-Zweigstelle Amern und der Volksbank-Geschäftsstelle Amern zu. In Amern übernahmen Kindergartenkinder aus Dilkrath diese Aufgabe, in Waldniel schmückten Jungen und Mädchen aus dem Kinderdorf die Wunschbäume. „Für Kinder ist es oft selbstverständlich, anderen Kinder zu helfen“, kommentierte Freundeskreis-Vorsitzender Lohmanns die Unterstützung der kleinen Helfer. Mit Feuereifer wurden Sterne, Girlanden und Engel dekoriert.
Wer den Kinderdorfkindern eine Freude bereiten möchte, nimmt einen Gutschein seiner Wahl vom Baum und zahlt den angegebenen Betrag (zwischen zehn und 30 Euro) auf das Konto des Vereins Freundeskreis Bethanien Kinderdorf bei der Sparkasse Krefeld, BLZ 320 500 00, Konto 991430 oder bei derVolksbank Viersen, BLZ 314 602 90, Konto 2109296018 ein. Im Bürgerservice sind auch Barspenden möglich. In den Geldinstituten, im Rathaus und einigen Geschäften in Schwalmtal liegt der neue Flyer aus, mit dem der Freundeskreis in diesem Jahr erstmals für seine Wunschbaum-Aktion wirbt und ausführlich darüber informiert.
FRAUENPOWER sang für Bethanien

Der berühmte und erfolgreiche Chor „Frauenpower“ gab am 5. Mai 2012 in der Achim-Besgen-Halle ein Konzert zu Gunsten des Bethanien-Kinderdorfes. Der Freundeskreis des Bethanien Kinderdorfes durfte sich über Einnahmen von 4600 Euro freuen, die ohne Abzug den Kindern zugute kamen.
Das Publikum erlebte ein mitreißendes Musikprogramm aus Rock, Pop, Swing und Musical, das keine Wünsche offen ließ und Lust auf mehr machte. Und der Willicher Chor „Frauenpower“ zeigte unter der temperamentvollen Leitung von Andrea Kautny, was seine 120 Sängerinnen stark macht: Musik als Ausdruck purer Lebensfreude.
Die Powerfrauen bewiesen gleich bei ihrer Auftaktnummer „Pink Panther“ erstaunliche Bühnenpräsenz. Dass der größte Chor in der Region auch die leisen Töne beherrscht, stellte er bei dem Abba-Hit „I have a Dream“ unter Beweis. Als Welturaufführung gab es kurz vor der Pause die Choreografie zu „Macavity“ aus „Cats“. Dahinter steckten „zwölf Stunden Proben für zwei Minuten Auftritt“, verriet Chorleiterin Kautny schmunzelnd.
Wie viel Power in 1,50 Meter Körperlänge stecken kann, verdeutlichte die auf einem Tisch mitten im Saal dirigierende Andrea Kautny auch im zweiten Teil des Konzertprogramms. Den begannen die Sängerinnen aus Willich mit einer Lichterkette zum Folksong „You raise me up“. Das Gänsehaut-Feeling fand seine Fortsetzung auf der Bühne, als aus 120 Kehlen ein stimmungsvolles „Firefly“ (Glühwürmchen) erklang. In Bestform zeigten sich die Powerfrauen anschließend auch bei Melodien aus dem Musical „Sister Act“ und den Zugabe-Titeln „Barbara Ann“ und „Time to say Goodbye“. Das Publikum bedankte sich mit rhythmischem Klatschen und stehenden Ovationen. Der 2. Vorsitzende, Peter Heggen, bedankte sich im Namen des Freundeskreises mit einem Blumenstrauß.
Besuch in der
Jugendwohngruppe in Amern

- Der Freundeskreis ist von den neuen Räumlichkeiten begeistert
Junges Wohnen in altem Mauern
Aus vielen kleinen Büroräumen sind in einem alten Haus an der Waldnieler Straße in Amern acht Zimmer für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren, zwei Bäder, ein gemeinsamer Wohnraum, ein Freizeitzimmer, eine große Küche, Büro und ein Mitarbeiter-Raum entstanden. Seit Jahresbeginn ist Leben in das lange leer stehende Gebäude eingekehrt. Die neue Wohngruppe bietet seit Jahresbeginn vier Jugendlichen aus dem Kinderdorf (14,15 und 17 Jahre alt) die Möglichkeit, neue Erfahrungen auf dem Weg zum Erwachsenwerden und zur Selbstständigkeit zu sammeln. Die vier weiteren Plätze werden von den Jugendämtern der Region in Absprache mit der Erziehungsleitung belegt. Für ihre WG haben sich die jungen Leute mächtig ins Zeug gelegt. Die alten Tapeten kamen runter, in ungezählten freiwilligen Arbeitsstunden entfernten die beiden Jungen und die beiden Mädchen alte Holzdecken und Fußbodenbeläge. Junge Ideen waren auch bei der Ausgestaltung der Räume gefragt. Borussenfan Maik wünschte sich eine Wand in Fohlen-Grün, Jacqueline benötigte Platz für ihre zwei Zwergkaninchen. Den Alltag bestimmen Schulbesuch, Hausaufgaben, Sporttraining, Musikunterricht und gemeinsame Hausarbeit. Frühstück und Abendessen werden selbst zubereitet, am Wochenende auch das Mittagessen. Gekocht wird abends nach dem Geschmack der Bewohner: Lasagne, Bockwurst, Hähnchen und Paprikasalat. Mittags isst man gesund mit viel Gemüse und Salat. Anfänglich gab es kleine Streitereien um die Rangordnung. „Seit das geklärt ist, läuft das Zusammenleben besser als wir erwartet hatten. Wir haben wirklich tolle Jugendliche: Sie treten füreinander ein, helfen sich gegenseitig und kommen gut miteinander aus“, sagt Gruppenleiterin Lea Dahmen. Die jungen Leute werden rund um die Uhr betreut. Vier Mitarbeiter (-innen) und zwei Praktikanten teilen sich die Aufgabe. Für ihr weiteres Leben haben sich die Heranwachsenden einiges vorgenommen: Drei besuchen die Realschule, einer wechselt 2012 nach der Mittleren Reife aufs Gymnasium, Maik beginnt eine Lehre, und Jacqueline sucht noch einen Ausbildungsplatz als Pferdewirtin. Der Freundeskreis drückt ihr die Daumen, dass sich der Berufswunsch verwirklichen lässt.
Unsere Wunschbäume erfüllen
Kinderwünsche!

- Die Kinder finden die Wunschbaum-Aktion toll!
Wünsche für das Leben
„Zaubern Sie ein Lächeln in das Gesicht unserer Kinder, schenken Sie ihnen mit unseren Wunsch-Sternen Momente der Zuneigung, die viele dieser Kinder im Elternhaus nicht erfahren haben.“ Diese Bitte richtet Freundeskreis-Vorsitzender Hans-Josef Lohmanns nach 2009 und 2010 auch 2011 wieder an alle Schwalmtaler Bürger. Der Förderverein stellte erneut Weihnachtswunschbäume auf. Den ersten Baum schmückten Mädchen und Jungen des Kindergartens Anna Polmans in der Filiale der Sparkasse Krefeld an der Hauptstraße in Amern. Für zwei weitere Bäume in der Volksbank-Geschäftsstelle in Waldniel und im Rathaus bastelten Kinder aus dem Tannenhaus Sterne und Girlanden. Anders als bei Weihnachtswunschbäumen anderer Organisationen geht es bei der Aktion des Freundeskreises nicht darum, Geschenke für Kinder zu kaufen und sie weihnachtlich zu verpacken. Wer einen Wunsch-Stern vom Baum pflückt, findet darauf Spenden-Gutscheine im Wert von zehn bis 30 Euro für Therapiestunden, Feriengeld und Schulstart. Wie wichtig diese Hilfe ist und wie sehr sich die Dorfkinder darüber freuen, zeigen die Rückmeldungen. So ermöglichten die gepflückten Feriengeld-Wunschsterne des vergangenen Jahres mehreren Dorffamilien wunderschöne Tage in Österreich, Kroatien, im Franken- und im Emsland. Auch für spezielle Förderung zum Beispiel durch Gestaltungs- oder Musiktherapie wurde gespendet. „Die Krankenkasse zahlen längst nicht alle Therapien, und oft vergehen bei der Bewilligung Monate. Ein Kind in einer Krisensituation kann so lange nicht warten“, so Vorsitzender Lohmanns. Die Weihnachtswunschbaum-Aktion 2011 erbrachte insgesamt 2300 Euro.
Wolfgang Clement im Kinderdorf!

- Wolfgang Clement besuchte im Sommer 2011 das Kinderdorf in Schwalmtal
"Eigeninitiative ist wichtig!" (Wolfgang Clement)
Wolfgang Clement, ehemaliger Bundeswirtschaftsminister und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, ist auch ohne öffentliches Amt ein gefragter Mann. Ob als Schlichter bei Tarifverhandlungen wie jüngst im Baugewerbe oder als Aufsichtsratmitglied großer Firmen: Der 71-Jährige gilt als kompetenter, wenngleich auch oft streitbarer Gesprächspartner. Einen eher nachdenklichen und emotional bewegten Wolfgang Clement erlebten gut 50 Manager und Firmenchefs aus der Region beim ersten Unternehmerabend, zu dem der Freundeskreis Bethanien Kinderdorf ins Haus Clee am 5. Juli 2011eingeladen hatte.
Der hochkarätige Gast, der auf Fürsprache des Underberg-Bevollmächtigten Wilfried Mocken nach Schwalmtal kam, hatte sich gründlich über das Kinderdorf, seine Entstehungsgeschichte und die Philosophie des Ordens der Schwestern von Bethanien informiert. „Was Sie hier leisten, wie Sie junge Menschen an das wirkliche Leben heranführen, das verdient meine Hochachtung“, befand Clement nach einem kurzen Rundgang durch die Einrichtung.
„Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen“ war eine Kernaussage seines Referats zum Thema „Ethik und Moral in Unternehmen“. Der ehemalige Bundesminister sprach dabei die stärker werdenden Rufe nach staatlichem Handeln an und warnte vor der Gefahr, die zu viel Steuerung von oben beinhalte. Eine freiheitliche Gesellschaft, so Clement, komme nicht ohne Eigeninitiative aus. Hier sah er auch die Wirtschaft in der Pflicht: „Als Unternehmer tragen Sie Verantwortung für sich selbst und die Mitarbeiter, aber darüber hinaus auch für die Allgemeinheit.“ Der Vater von fünf Kindern, der von Ehefrau Karin begleitet wurde, appellierte an die anwesenden Unternehmer und Unternehmerinnen, das Kinderdorf zu unterstützen: „Geben wir den Kindern hier die Förderung, die sie brauchen.“
Erziehungsleiterin Schwester Jordana Schmidt verdeutlichte anschließend, wie wichtig es ist, die in Bethanien lebenden Jungen und Mädchen zu stärken, ihnen Selbstwertgefühl zu vermitteln und Liebe zu schenken. Viele von ihnen seien durch Gewalt oder Missbrauch traumatisiert. „Wir wollen diesen Kindern zu einem neuen Leben verhelfen.“
Staatliche Mittel allein reichen dafür heute nicht aus. Kinderdorfleiter Dr. Klaus Esser beklagte eine latente Mittelkürzung, obgleich die Nachfrage nach Kinderdorfplätzen steigt. „2010 hatten wir 140 Anfragen, konnten aber nur 33 Kinder aufnehmen.“ Zur Zeit leben in Bethanien 125 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Ihren Anlagen entsprechend gefördert werden sie seit 2009 auch vom Freundeskreis Bethanien Kinderdorf. Der gemeinnützige Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Einrichtung finanziell und ideell zu unterstützen. Vorsitzender Hans Josef Lohmanns bat die Unternehmer um Hilfe: durch Mitgliedschaften, Patenschaften für einzelne Häuser oder Verzicht auf Firmenpräsente zugunsten des Kinderdorfes.
Bethanien Freundeskreis:
Förderung der Kinder ist erstes Ziel.

Hans-Josef Lohmanns, (1. Vorsitzender des Freundeskreises Bethanien Kinderdorf e.V.) und Kinderdorfleiter Klaus Esser strahlen um die Wette: das erste Jahr nach der Gründung des Freundeskreises schloss mit einem schönen Ergebnis. 120 Mitglieder hat der Freundeskreis und es werden immer mehr. Der Einladung zur ersten Jahreshauptversammlung am 28.10.09 waren denn auch eine ganze Reihe von Mitgliedern gefolgt, die wissen wollten, was denn aus dem neu gegründeten Verein geworden ist. Lohmanns fasste die wichtigsten Aktivitäten des vergangenen Jahres zusammen und berichtete vom gelungenen Start. Als prominentes Mitglied konnte im Rahmen des „Kinderrechte-Festes“ im Sommer 2008 Jörg Pilawa gewonnen werden. Die bisher geleisteten Hilfen für das Kinderdorf wurden von Hans-Peter Heggen (2. Vorsitzender) im Kassenbericht dargestellt. Als Moderator des Abends gelang es ihm, den Sinn des Freundeskreises darzustellen und die Mitglieder gut zu beteiligen. Die beiden Kinderdorfmütter Marlene Altevers und Nicole Kommer berichteten aus ihren Lebensalltag in der Großfamilie mit 7 bis 9 Kindern. Der Bedarf an finanzieller Hilfe besonders beim Schulbeginn und für die Ferienfahrt wurde alltagsnah erläutert. Der Einblick ins Leben der Kinderdorffamilien ist für den Freundeskreis eine ganz bedeutende Information. Er will ja nicht anonym in irgendwelche Projekte investieren, sondern lebensnah und praktisch am Bedarf der Kinder im Kinderdorf. Der Freundeskreis wird in diesem Jahr die Schulmaterialien, Therapiestunden und Musikunterricht für die Kinderdorfkinder finanziell unterstützen und im kommenden Jahr einen Beitrag zum Feriengeld für die Kinder beisteuern. Aus dem Kreis der Mitglieder gab es direkt eine Idee dazu. Im Rathaus der Gemeinde wird ein Weihnachtsbaum aufgestellt, der Freundeskreis wird ihn mit Wunschzetteln für Therapie, Ferien und Schulbedarf der Kinder „schmücken“. Der Freundeskreis hofft auf viele Rathausbesucher, die sich einen Wunschzettel mitnehmen und damit einem Kinderdorfkind auf seinem Lebensweg ein Stückchen weiterhelfen.
Kinderdorfleiter Klaus Esser gab einen Bericht aus dem Kinderdorf von den Aktivitäten des vergangenen Jahres und einen Ausblick in das kommende Jahr. Damit die Kinderdorfarbeit gut weitergehen kann, sind Um- und Ausbauten der Häuser aus den 50er Jahren notwendig. Aber der Dreh- und Angelpunkt sind die Kinderdorfmütter bzw. Kinderdorfeltern. Dem Kinderdorf fehlen Anwärterinnen für diese schöne und verantwortungsvolle Aufgabe. „Wenn Sie jemanden kennen, der immer schon Kinderdorfmutter werden wollte oder daran denkt, Kinderdorfeltern zu werden, schicken Sie sie zu uns!“ appellierte er an die Freundeskreis Mitglieder.
Kontaktadresse:
Hans-Josef Lohmanns
Mail: HJ.Lohmanns@t-online.de
Spendenkonten
des Freundeskreises
Freundeskreis
Bethanien Kinderdorf Schwalmtal e.V.
Konto Nr. 991 430
Sparkasse Krefeld
BLZ 320 500 00
Freundeskreis
Bethanien Kinderdorf Schwalmtal e.V.
Konto Nr. 2109 2960 18
Volksbank Viersen eG
BLZ 314 602 90






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