Page 5 - Partizipationskonzept Bethanien Kinderdorf
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BETEILIGUNG VON KINDERN UND JUGENDLICHEN 5
In verschiedenen Workshops haben die Kinder und Jugendlichen gemeinsam erarbeitet, welche Rechte sie brau-
chen, beziehungsweise welche Rechte wünschenswert sind. Aus diesen Ideen sind 14 Lieder entstanden, die von
den Kindern und Jugendlichen der Bethanien Kinderdörfer gesungen und aufgenommen wurden. Unter Mithilfe
des bekannten Liedermachers Reinhard Horn entstand die CD „Echte KinderRechte“ und ein ansprechendes
„Mitmachbuch“ zur weiteren Sensibilisierung für das Thema, die 2008 veröffentlicht wurden.
Als Grundlage dieser Rechte gilt auch für uns die UN-Kinderrechtskonvention. Zusammenfassend lässt sich
hier festhalten:
n Kein Kind darf benachteiligt werden
n Kinder haben das Recht, dass ihr Privatleben und ihre Würde geachtet werden
n Kinder haben das Recht, bei allen Fragen, die sie betreffen, mitzubestimmen
und zu sagen was sie denken
n Kinder haben das Recht, sich alle Informationen zu beschaffen, die sie brauchen,
und ihre Meinung zu verbreiten
n Kinder haben das Recht, zu lernen und eine Ausbildung zu machen
n Kinder haben das Recht, zu spielen, sich zu erholen und künstlerisch tätig zu sein
n Kinder haben das Recht, im Krieg und auf der Flucht besonders geschützt zu werden
n Kinder haben das Recht auf Schutz vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung
n Kinder haben das Recht, gesund zu leben, Geborgenheit zu finden und keine Not zu leiden
n Behinderte Kinder haben das Recht auf besondere Fürsorge und Förderung
1.2 Beteiligung der Kinder und Jugendlichen in deren
engerem Lebensumfeld
In allen Wohnformen des Bethanien Kinder- und Jugenddorfes gibt es für die Bewohner Angebote bzw. Möglich-
keiten der Beteiligung und Mitwirkung. In den Kinderdorffamilien und Wohngruppen finden regelmäßige
Gesprächsrunden statt, in denen die Kinder und Jugendlichen ihre Anliegen zur Sprache bringen können. Diese
Gesprächsrunden werden als Gruppen- bzw. Kinderteams, Gruppenabende oder „Talk-time“ bezeichnet. Sie
finden mit Begleitung der Betreuenden statt. Hierbei erhalten die Kinder und Jugendlichen Möglichkeiten, auf
ihren Alltag in den Kinderdorffamilien, Wohngruppen und Tagesgruppen Einfluss zu nehmen. Beispielsweise
findet tatsächliche Beteiligung bei folgenden Themen statt:
n Erstellung von Regeln in der Gruppe
n Ferien- und Freizeitgestaltung
n Wünsche an den wöchentlichen Essensplan im jeweiligen Haus
n Möglichkeiten der Zimmergestaltung und vieles mehr

