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Published by Anna Thyßen at 20. August 2024
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Geschäftsführer der Bethanien Kinderdörfer geht in den Ruhestand

Nach vielen Jahren engagierter und erfolgreicher Arbeit verabschiedet sich Dr. Klaus Esser im Sommer 2025 als Geschäftsführer der Bethanien Kinderdörfer in den Ruhestand. 

„Am meisten werde ich mein kleines Team in der Geschäftsführung vermissen, von ihren jungen Familien zu hören und mitzuerleben, wie Familie heute geht, war für mich immer eine bereichernde Erfahrung“, blickt Dr. Klaus Esser auf seine Zeit in den Kinderdörfern zurück. Esser ist selbst Vater von zwei mittlerweile großen Kindern und lebt mit seiner Frau in Schwalmtal-Waldniel.

So landete Esser in den Bethanien Kinderdörfern

Dr. Klaus Esser (*9. Dezember 1958) begann seine berufliche Laufbahn in der Kinderkrankenpflege an der Universität Köln, gefolgt von einem Studium der Heilpädagogik von 1983 bis 1986 an der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfahlen. Schon früh war ihm klar, dass er mit auffälligen Kindern arbeiten wollte. „Wie kann ich das Verhalten der Kinder verstehen?“, war das Leitthema seines Studiums. Denn Kinder können manchmal nicht erklären, warum sie handeln, wie sie gerade handeln. Warum sie gerade schreien oder um sich schlagen. „Aber ich konnte lernen zu verstehen, was hinter ihrem Verhalten steckt“, so Esser. „Mit diesem Denken habe ich nach einem Praktikum gesucht und bin schließlich im Bethanien Kinderdorf bei Agnes im Sonnenhaus gelandet.“ Dort hat es ihn gepackt. „Ich erinnere mich, wie Agnes beim Bügeln ein Kind mit Schulaufgaben abfragte und wie Karneval gefeiert wurde. Die Kinder fühlten sich wohl und es war einfach wie eine große Familie. Die Großen kamen abends von ihren Ausbildungen und ich ertappte mich dabei, gar nicht mehr nach Hause zu wollen, weil ich so unbedingt ihre Geschichten hören wollte.“

Nach seinem Studium und verschiedenen beruflichen Stationen, darunter die Leitung einer sozialtherapeutischen Einrichtung in Düsseldorf, trat Dr. Esser 1992 als pädagogische Leitung in das Bethanien Kinderdorf ein. Ab 2001 war er der erste Kinderdorfleiter, der keine Ordensfrau der Dominikanerinnen von Bethanien war. 2010 promovierte Esser. Sein Thema waren ehemalige Heim- und Kinderdorfkinder, die nach ihrem Weggang aus den Einrichtungen befragt wurden. Die Auswertungen dieser Befragungen laufen bis heute und bieten wichtige Anhaltspunkte für die Arbeit in den Bethanien Kinder- und Jugenddörfern. Seit 2018 lenkte er die Geschicke der drei Bethanien Kinderdörfer in Deutschland.

Alles Gute für den Ruhestand

Während seiner Amtszeit baute Dr. Esser ein umfangreiches Netzwerk auf und war seit 1994 im Vorstand der Bundesverband Caritas Kinder- und Jugendhilfe e.V. (BVkE), seit 2017 Vorsitzender. Dort kümmerte er sich um bedeutende Projekte, wie die Gesetzesnovellierung zur Verankerung der Inklusion in unserem Gesetz. „Ohne den Austausch mit anderen Einrichtungen hätte sich das Bethanien Kinderdorf in Schwalmtal sicher nicht so entwickelt, wie es das getan hat“, betont er.

Mit dem Ende seiner Zeit als Geschäftsführer blickt Dr. Esser auf die Herausforderungen und Erfolge zurück: „Als Geschäftsführer hatte ich natürlich nicht mehr viel mit der Pädagogik zu tun. Aber mein Blick auf die drei Kinderdörfer wurde geschärft: Wie kann ich die einzelnen Einrichtungen fördern? Das war immer meine Leitfrage.“

Wir danken Dr. Klaus Esser für seine vielen Jahre der hervorragenden Leitung und wünschen ihm alles Gute für seinen Ruhestand!

**Übrigens:** Wenn Sie sich berufen fühlen, in seine Fußstapfen zu treten, bewerben Sie sich gerne als Geschäftsführung der drei Bethanien Kinderdörfer. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

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Anna Thyßen

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