Strahlkraft mit Besen: Theater begeistert

Piiiep. Funk. Rauschen. Kind 1 – ins Publikum: „Hallo? Hört uns jemand?“ Kind 2: „Wir sind im All.“ Armstrong: „Ziemlich weit weg von allem!“ Kind 1: „Da unten ist die Erde – mit Städten und Straßen, und Namen die keiner kennt.“ So startet das Skript des Theaterstücks „Die Straßenpfleger“. Mit von der Partie sind jedoch keine Schauspielerinnen und Schauspieler, sondern 23 Kinder des Bethanien Kinder- und Jugenddorfs Eltville, die das Stück gemeinsam mit Theaterregisseurin Rebecca Rasche, Kostümbildnerin Lara Regula, Lichtdesigner Henry Rehberg und Sounddesigner Leon Regula innerhalb eines dreitägigen Workshops einstudierten.

„Den eigenen Wissensdurst stillen."

Der Saal wird dunkel. Die Nebelmaschine zischt und raucht. In knalligem Orange erleuchtet ein Schild die „Neil-Armstrong-Straße“, dahinter das tiefe Schwarz des Weltalls und drei Kinder als Astronauten verkleidet – die aktuelle Mondumrundung der Artemis II lässt grüßen. Die Einstiegszene nimmt das Publikum direkt mit in die Fragestellung des eigens für den Workshop geschriebenen Stückes. Was hat es mit Neil Armstrong auf sich? Wer ist Luisa Neubauer, nach der eine Straße benannt wurde? Weshalb ehrt man Nina Chuba oder Grace Hopper mit einem Straßenschild und ist Tony Kroos einfach nur ein großer Fußballstar oder steckt mehr hinter dem Menschen, dessen Namen einen fiktiven Straßenzug ziert?

„Es geht darum, den eigenen Wissensdurst zu stillen, neugierig zu bleiben und Dinge zu hinterfragen“, erklärt Rebecca Rasche. Die Leiterin der Theatervermittlung des Rheinischen Landestheaters Neuss hat den Workshop gemeinsam mit dem freiberuflichen Team um Lara Regula, Henry Rehberg und Leon Regula vorbereitet. Bereits im Vorjahr studierte das Team eine adaptierte Version des „Neinhorns“ von Marc-Uwe Kling mit den Kindern ein. „Der Workshop und das Stück waren ein voller Erfolg. Daher lag es auf der Hand, das Team erneut für 2026 anzufragen“, sagt Thomas Kunz, Leiter des Bethanien Kinder- und Jugenddorfs Eltville.

„Den großen Schritt für die Menschheit wagen.“

Sämtliche Szenen drehten sich um fiktive Straßennamen und stellten die Geschichte der namengebenden Person in Relation zu den Kindern. „Auch wenn Neil Armstrong mit seiner Leistung als Astronaut nun nicht gerade im direkten Bezug zu unserem Alltag steht, hat er mit seinem kleinen Schritt auf den Mond eben den großen Schritt für die Menschheit gewagt und uns gezeigt, dass man manchmal weit weg schauen muss, um zu verstehen, was hier auf der Erde wichtig ist“, sagt Lara Regula. Die aktuell in Salzburg arbeitende Kostümbildnerin gestaltete mit den Kindern nicht nur die Kostüme, sondern auch Ideen für das Bühnenbild. So entstand ein drei Meter langes Bild des Universums, die Fenster des Aufführungssaals waren allesamt mit Graffiti-Kunstwerken der schauspielenden Kinder verziert und die Besen, mit denen die „Straßenpfleger“ kehren, teils bunt besprüht.

„Die Besen dienen den Straßenpflegern nicht nur zum Kehren, sondern auch zum Musik machen und tanzen“, ergänzt Leon Regula, der für die Komposition des „Straßenpfleger-Songs“ verantwortlich zeichnet.

„Mach Dein Ding.“

Auch die Kurzszene um die „Nina-Chuba-Straße“ verbindet das Leben der deutschen Musikerin mit dem der Kinder: eine Textzeile, die bei Udo Lindenberg „geborgt wurde“ und sowohl für Nina Chuba als auch die jungen Schauspieler gilt, lautet:„“Ich mach‘ mein Ding, egal, was die anderen sagen!“ – ein Motto, das unter die Haut geht, denn die Kinder im Bethanien Kinder- und Jugenddorf tragen allesamt unterschiedlich leicht oder schwer an ihren persönlichen Geschichten – ein selbstbewusstes Auftreten wie das von Nina Chuba ist nicht immer eine Selbstverständlichkeit. „Daher ist es uns auch so wichtig, unseren Kindern Möglichkeiten zu eröffnen, in denen sie Selbstbewusstsein erfahren und trainieren können – Theater spielen ist ein Türöffner zu mehr Selbstwertgefühl“, so Kinderdorfleiter Kunz.

„Schritt für Schritt besser werden, Besen kehren!“

Der von Spendengeldern der Wiesbadener Theaterpaten durch das Benefizkonzert der Frauen-Service-Clubs realisierte Workshop kommt nicht nur beim Publikum der Premierenschau an, sondern auch bei den schauspielenden Kindern: „Die Message ist klar – hinter jedem Namen, jedem Menschen steckt eine Geschichte. Und egal, welchen Beruf jemand hat oder woher man kommt, jeder Mensch ist wichtig“, sagt der 12-jährige Gianni. Und die Schauspielerin, die Neil Armstrong gespielt hat, ergänzt den Schlusssatz des Stücks: „Schaut, so können wir gemeinsam immer etwas Neues schaffen und strahlen in das Weltall hinaus!“ Mit dieser Strahlkraft verabschiedeten sich das Team Bethanien und das Team Theater voneinander und hoffen auf ein Wiedersehen in 2027!

Der Saal wird dunkel. Die Nebelmaschine zischt und raucht. In knalligem Orange erleuchtet ein Schild die „Neil-Armstrong-Straße“, dahinter das tiefe Schwarz des Weltalls und drei Kinder als Astronauten verkleidet – die aktuelle Mondumrundung der Artemis II lässt grüßen. Die Einstiegszene nimmt das Publikum direkt mit in die Fragestellung des eigens für den Workshop geschriebenen Stückes. Was hat es mit Neil Armstrong auf sich? Wer ist Luisa Neubauer, nach der eine Straße benannt wurde? Weshalb ehrt man Nina Chuba oder Grace Hopper mit einem Straßenschild und ist Tony Kroos einfach nur ein großer Fußballstar oder steckt mehr hinter dem Menschen, dessen Namen einen fiktiven Straßenzug ziert?

„Es geht darum, den eigenen Wissensdurst zu stillen, neugierig zu bleiben und Dinge zu hinterfragen“, erklärt Rebecca Rasche. Die Leiterin der Theatervermittlung des Rheinischen Landestheaters Neuss hat den Workshop gemeinsam mit dem freiberuflichen Team um Lara Regula, Henry Rehberg und Leon Regula vorbereitet. Bereits im Vorjahr studierte das Team eine adaptierte Version des „Neinhorns“ von Marc-Uwe Kling mit den Kindern ein. „Der Workshop und das Stück waren ein voller Erfolg. Daher lag es auf der Hand, das Team erneut für 2026 anzufragen“, sagt Thomas Kunz, Leiter des Bethanien Kinder- und Jugenddorfs Eltville.

29. April 2026

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