Neue Inobhutnahmegruppe im Hunsrück eröffnet

Mit der neuen Inobhutnahme- und Clearinggruppe Tannenhöfe hat das Bethanien Kinder- und Jugenddorf Eltville sein Angebot im Hunsrück erweitert. Die neu eröffnete Gruppe bietet sechs Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren Schutz, Struktur und liebevolle Begleitung – ein geschützter Ort, der für Kinder in akuten Notsituationen oft lebensverändernd ist.

Ein sicherer Ankommensort inmitten der Natur

Der vollständig renovierte ehemalige Bauernhof liegt eingebettet in fünf Hektar Natur und bietet ideale Bedingungen für Kinder, die vom Jugendamt aufgrund einer akuten Gefährdungslage in Obhut genommen wurden. Die ruhige Umgebung, viel Bewegungsfreiheit und ein klar strukturierter Tagesablauf helfen den Kindern dabei, zur Ruhe zu kommen und erste Sicherheit zu erfahren. „Inobhutnahme soll Kinder in Krisen schützen und ihnen Zeit geben“, erklärt Kinderdorfleiter Thomas Kunz. Gruppenleiterin Alexandra Kieslich, Sozialarbeiterin und Traumapädagogin, ergänzt: „Parallel zur ersten Stabilisierung starten wir mit dem Clearing. Wir schauen genau hin und versuchen herauszufinden, was das Kind jetzt wirklich braucht.“

Clearingphase: Diagnostik, Beobachtung und individuelle Förderung

Das pädagogische Team folgt in dieser intensiven Anfangszeit einem klaren und bewährten Vorgehen. Neben einer kontinuierlichen pädagogischen und psychologischen Beobachtung beziehen die Fachkräfte den Psychologischen Fachdienst des Kinderdorfs eng mit ein. Gemeinsam werden diagnostische Verfahren ausgewählt, durchgeführt und ausgewertet. Sie geben Aufschluss über Entwicklungsstände, Förderbedarfe und mögliche Belastungen der Kinder. Wenn weiterführende psychiatrische Diagnostik notwendig ist, koordiniert der Psychologische Fachdienst die entsprechenden Schritte über sein Netzwerk. Für die Region Hunsrück bedeutet dies eine enge Zusammenarbeit mit der Klinik Viktoriastift in Bad Kreuznach, die seit der Eröffnung der Gruppe ein verlässlicher Partner geworden ist. So entsteht innerhalb der ersten Wochen ein umfassendes Bild, das für die weitere Lebensplanung des Kindes entscheidend ist.

Warum eine dritte Inobhutnahmegruppe notwendig wurde

Deutschlandweit ist die Jugendhilfe seit Jahren stark belastet. Therapieplätze sind knapp, Beratungsstellen oft überlaufen, und auch Inobhutnahmeplätze reichen vielerorts nicht mehr aus. „Die Hilfesysteme sind nach Corona dauerhaft am Limit“, sagt Thomas Kunz.  Um auf die wachsende Nachfrage reagieren zu können, hat das Bethanien Kinderdorf innerhalb von drei Jahren drei neue Inobhutnahmegruppen aufgebaut – zwei im Rheingau und nun die erste im Hunsrück.

Kinder wie der sechsjährige Joel, der nach dem Abbruch einer vorherigen Unterbringung dringend Stabilität brauchte, finden hier einen sicheren Ort zum Ankommen. Die durchschnittliche Verweildauer in diesem Bereich liegt bei maximal einem Jahr. Erst danach zeigt sich, ob eine Rückkehr in die Familie möglich ist oder ob eine Pflegefamilie oder eine stationäre Jugendhilfeeinrichtung die richtige Perspektive bietet.

Das Team der Tannenhöfe: Stark, engagiert, professionell

Die Arbeit in einer Inobhutnahmegruppe ist herausfordernd. Gruppenleiterin Alexandra Kieslich und ihr Team – begleitet von Erziehungsleiterin Anja Klemm – bringen unterschiedlichste fachliche Hintergründe und wertvolle Erfahrungen ein. Gemeinsam schaffen sie ein Umfeld, in dem Kinder trotz ihrer schwierigen Vorgeschichte Halt finden. „Natürlich bauen wir Bindungen zu den Kindern auf“, sagt Kieslich. „Aber gerade weil die Zeit häufig begrenzt ist, müssen wir gut mit unserer Energie umgehen. Wir sind die Leuchttürme für die Kinder – deshalb ist ein starkes Team essenziell.“

Kindgerechte Räume – möglich durch Spenden

Alle Räume der Tannenhöfe wurden nach umfassenden Renovierungsarbeiten kindgerecht eingerichtet. Die Ausstattung reicht von stabilen Möbeln über entwicklungsförderndes Spielmaterial bis hin zu liebevollen Details, die den Kindern helfen, sich schnell heimisch zu fühlen. 

Ein größeres Projekt ist bereits in der Planung: Die angrenzende Scheune soll zu einer offenen Werkstatt ausgebaut werden. Sie soll künftig allen Hunsrücker Gruppen als kreativer und handwerklicher Erlebnisraum dienen. „Spenden ermöglichen uns, Kindern und Jugendlichen trotz ihres schwierigen Lebensstarts ein sicheres Zuhause und echte Zukunftschancen zu geben“, betont Kunz.

Ein Ort, der Hoffnung gibt

Die bunt bemalten Stelen am Eingang der Tannenhöfe heißen die Kinder herzlich willkommen. Sie stehen sinnbildlich für das, was die neue Inobhutnahmegruppe bietet: Orientierung, Stabilität und ein Stück Normalität – gerade dann, wenn sie am dringendsten gebraucht wird.

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Drei Mal im Jahr veröffentlichen wir ein Magazin: Lesen Sie die Fachartikel online. Hier: Familie ist unsere Kompetenz: Wie kommen Kinder ins Kinderdorf